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Insektenfangende Pflanzen
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Insektivoren - Fleischfressende Pflanzen - Carnivore Pflanzen - Carnivorous Plants - Pitcher Plants - Fleischi's

Übersicht nach Art der
Fangmechanismen:

Fallgruben
Brocchinia - Ein Ananasgewächs
Catopsis - Ein Ananasgewächs

Cephalotus - Der Zwergkrug
Darlingtonia
- Die Kobralilie

Heliamphora
- Der Sumpfkrug

Nephentes - Die Kannenpflanze
Sarracenia - Die Schlauchpflanze
Reusenfallen
Genlisea
Klebefallen
Byblis - Die Regenbogenpflanze
Drosera - Der Sonnentau
Drosophylum - Das Taublatt
Ibicella
Pinguicula - Das Fettkraut
Proboscidea - Die Teufelskralle
Roridula
- Die Taupflanze
Triphyophyllum - Eine Liane
Klappfallen
Aldrovanda - Die Wasserfalle
Dionaea - Die Venusfalle
Saugfallen
Utricularia - Der Wasserschlauch


Weitere Carnivore Pflanzen
Carnivore Pilze
Carnivore Moose

Kulturbeispiele

Schädlinge/Krankheiten

Literaturhinweise


Bezugsquellen


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Dionaea

Dionaea muscipulaDie Dionaea muscipula ist eine Zwiebelbildende Insektivore mit avktiven Fallen. Die Venusfliegenfalle, so ihr deutscher Name, gehört wohl zu den bekanntesten und faszinierendsten Insekten-fangenden Pflanzen überhaupt. Ohne Zweifel deshalb, weil die Bewegung der Blätter während des Fangvorgangs für Unkundige sehr überaschend ist. Aber auch die weissen Blüten (Bild r.) der Pflanzen sind sehr schön. Die Pflanze ist sehr blühwillig. Die Blüten zeigen sich im Frühjahr. Bei guter Pflege blüht die Pflanze zwei mal in Jahr.
Obwohl die Einzige Ihrer Art gibt es im Handel einige Variationen von Dionaea mit besonder langen, kleinen, extrem rot gefärbten oder gelben Blättern. Zum großen Teil ist die Rotfärbung aber eine Frage der Lichtverhältnisse und der Wellenlänge der Beleuchtung.

Der Fangvorgang:
Dionaea muscipulaWerden die Sensoren in der Blattmitte (gut zusehen auf der Vergrößerung von Bild links) innerhalb kurzer Zeit zwei mal gereizt, sieht man zuerst eine schwache Bewegung der Blätter, eine Art "Erwachen". Dann schnappt die Falle blitzschnell zu. Die Zähne greifen ineinander und die Beute ist gefangen. Das Blatt schließt sich zuerst nicht vollständig, sondern nur soweit, dass die Zähne wie ein Käfig das Entkommen der Beutetiere verhindert. Bei grösseren Dionaea mit weitem Zahnabstand können kleinere Beutetiere, die für die Pflanze nicht lohnenswert sind, durch den gebildeten Kafig entkommen. Anhand des vorhandenen Eiweiss des Opfers erkennt die Pflanze, ob der Beutezug erfolgreich war. Ist ein Tier gefangen schließt sich die Falle mit der Zeit vollkommen, dann legt sich das Blatt ganz eng um das Insekt. Nicht selten kann mam von aussen die Form des Insektes an dem Blättern abgedrückt sehen (Siehe auch Bild o.l.). Dionaea muscipulaDie Beute erstickt. Die Zähne greifen dann oft nicht mehr ineinandern, sondern stehen Stehenförnig nach außen. Die Verdauungsdrüsen umschließen das Tier vollkommen. Die Verdauung beginnt und ist nach ca. 10 Tagen abgeschlossen. Die Pflanze öffnet sich dann wieder. Zurück bleibt der Chitinpanzer (Bild r.) des Insekts, der durch Wind und Regen ausge-waschen wird. Bis zu drei mal kann ein Blatt Beute fagen und verdauen, dann stirbt es ab.
Einmal konnte ich beobachten, wie die Pflanze eine Spinne aufgrund der langen Beine nur die Hälfte erwischt hat. Das Tier hat nach drei oder 4 Tagen immer noch gelebt. Dann habe ich die Falle geöffnet. Heraus kam eine angedaute Spinne, deren Panzer schon ganz farblos war. Die gefangenen Beine waren bereits abgelöst. Das Tier bewegte sich aber noch auf den verbleibenden 3-4 Beinen fort, bis ich ihm den Gnadentod gewährte.

Findet die Pflanze kein Eiweiss nach dem Schließen der Falle vor, öffnet sie sich in den nächsten zwei Tagen wieder. Allerdings ist die Lebensdauer begrenzt. Nach max. 10 Fangversuchen stirbt das Blatt ab.

Anzucht:
kleine, schwarzen und tropfenförmigen Körner, Dionaea muscipulaHat man Samen gewinne können, dann sprießen nach der Aussat in feuchten Torf schon bald der erste Sämlinge. Diese bilden bereits nach den ersten Triebblättern funktionsfähige Fallen aus. Eine kleine Mücke kann hier schon zu Tode kommen (siehe auch Bild l. zeigt eine 1-2 Jährige Pflanze). Das heranwachsen der Sämlinge zu grossen Pflanzen dauert allerdings Jahre.

Häufig gemachte Fehler: Man sollte nie die Sensoren der Pflanze künstlich reizen. Wer dies dennoch tut, muss mit absterbenden Blättern rechnen. Auch sollte man die Pflanze nicht füttern, denn zu grosse Beutestücke lassen das Blatt mit der Beute häufig schimmeln.

Kultur
Mittelschwierig zu kultivieren

Substrat
Reiner Weisstorf, zur Lockerung des Substrates gebe ich Kokosfasern im verhältnis 1:3 hinzu.

Düngung
Nicht düngen

Licht

Hell, verträgt auch direkte Sonne. Je nach Beleuchtung unterschiedlich starke Rotfärbung der Blätter.

Temperatur
Im Sommer am Besten im freien kultivieren, im Winter kühler halten (Kalthaus). Kann aber auch bei Zimmertemperatur ganzjährig gehalten werden. Die Pflanzen sind dann allerdings nicht ganz so robust.

Giessen
Bewässern im Anstauverfahren, nie austrocknen lassen

Luftfeuchtigkeit
Durchschnittliche Luftfeuchtigkeit ausreichend

Vermehrung
Durch Samen oder Blattstecklinge

 

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© Jürgen Bernt - Letzte Änderung am 17.06.2008